Prozess Paradiesblumen: Prototypen im Stapel

Kirchen waren immer – unabhängig von der Funktion zur Herrschaftsfestigung – Orte der Kunst. Und warum sollen die schönen ätherischen Formen nur in unerreichbarer Höhe weilen und kaum bemerkt werden? Deshalb habe ich eine Form gesucht, die eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe erleichtert.


Die Skulpturen im Kirchenwäldchen auf dem Gelände der Landesgartenschau Torgau 2022 erzählen auf ihre ganz eigene Weise von Schönheit und Zeitlosigkeit der Kunst.

Sie sind inspiriert von den jahrhundertealten floralen Elementen der Glasfenster in der Stadtkirche St. Marien im Herzen Torgaus. Dabei greifen Sie den Farbton und die ursprüngliche Gestaltung der Glasfenster auf und transportieren die Motive spielerisch zurück in den öffentlichen Raum.

Das Licht scheint durch die Kirchenfenster hindurch, verleiht den Farben ihren Glanz und den Hauch von überirdischer, für einige Menschen schwer greifbarer Heiligkeit. Dazu kontrastieren die Skulpturen bewusst in einfacher, fast kindlich anmutender Formensprache und möchten die Fantasie und die eigene Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Erbe des Kirchenraumes anregen.

Die Blüten sind aus dem Holz gefallener Bäume vom Kirchenfriedhof von Torgau. Ursprünglich durch Bleiglas gefasst und somit klar voneinander getrennt miteinander verbunden, werden die Farbflächen hier durch unterschiedliche Höhenlagen unterschieden.

Die Stengel bestehen aus stabilem und zugleich flexiblem Bambus. Sie greifen mit einem einfachen Streifenmuster das zur floralen Form korrespondierende Bänderornament der jeweiligen Kirchenfenster auf.

Konzept: Ivo Zibulla
Umsetzung: Ignaz Heinroth, Ivo Zibulla



Weitere Informationen auf Instagram:
@iggymucke
@ivo.zibulla